Elemente von Scrum für Teams: Rollen & Prozesse

Wofür brauchen selbstorganisierte (Projekt-)Teams eigentlich Scrum? (Buchtipp)

Dieser Beitrag wurde verfasst von Dr. Tobias Dollinger und war inspiriert durch das sehr lesenswerte Buch „Scrum mit User-Stories“ von Ralf Wirdemann (Hanser Verlag 2011).

 

Was ist Scrum und wofür ist es ein Erfolgsrezept?

Scrum ist ein Ansatz zur Förderung der Agilität in Projekten.
Der Begriff „Scrum“ bedeutet Gedränge (Durcheinander) und ist im Grunde genommen ein Erfolgsrezept, das genau das in Projekten verhindern soll. Das Durcheinander ist in der heutigen VUCA-Welt (volatil, uncertain, complex, ambiguos) vorprogrammiert. Deshalb müssen die Teams agil sein, sich selbst organisieren lernen und die Teammitglieder eigenverantwortlich entscheiden und handeln können.

Scrum sorgt dafür, dass bei aller Selbstorganisation und Eigenverantwortung im Team, die Transparenz, die Effizienz und die Ausrichtung aller auf das gemeinsame Ziel, dem Kunden einen Mehrwert zu schaffen, nicht verloren geht. Deshalb halten wir Scrum für unverzichtbar für jede Ausbildung zum Team-Coach, zur Führungskraft oder zum Projektleiter.

Scrum definiert Rollen, ist eine Haltung und beschreibt einen Prozess, der einem Team das konsequente Lernen durch Selbstbeobachtung verordnet.

 

Was sind die Rollen im Scrum?

Die Rolle des klassischen Projektmanagers wird ersetzt durch die Rolle des Scrum-Masters, der keine Arbeitsanweisungen gibt, sondern dafür verantwortlich ist, Hindernisse für das Team zu beseitigen und als Coach dafür zu sorgen, dass die Rahmenbedingungen für einen produktiven Scrum-Prozess vorhanden sind.

Die Verantwortung für Planung und Priorisierung wird zu einem großen Teil in die Hände der ausführenden Teammitglieder gelegt.

Neben den ausführenden Teammitgliedern und dem Scrum-Master, gibt es noch die Rolle des Product-Owners, welcher die wirtschaftliche Verantwortung für das Projekt trägt.

 

Wie ist die Haltung im Scrum?

Das Problembewusstsein, dass nur etwa 20% der realisierten Eigenschaften von Software tatsächlich am Ende benutzt werden, veranlasste eine Gruppe aus Programmierern und Projektmanagern im Jahr 2001 das „Agile Manifest“ zu verfassen. Das ist die Haltung mit der ein Scrum-Team arbeitet:

  • sich auf Kunden und ihre Bedürfnisse auszurichten, echten Mehrwert für sie zu schaffen,
  • statt Perfektionismus, lieber schnell und iterativ entwickeln
  • auf eigenverantwortliche, selbstorganisierte Teams setzen

 

Wie ist der Prozess, das agile Vorgehen im Scrum?

Der Scrum-Prozess besteht aus mehreren Elementen, die den Teams zum Lernen durch Selbstbeobachtung verhilft.

1. Die Sprints:
Dies sind feste Zeiträume in denen sich das Team vornimmt, welche Ziele es erreichen möchte. Am Ende des Sprints geht das Team in die Retrospektive um zu entscheiden, wie weiter vorgegangen wird und was man tun kann um den nächsten Sprint noch produktiver zu gestalten.

2. Die Daily-Scrums:
Das sind tägliche kurze Treffen, bei dem jedes Teammitglied (häufig im Stehen, 1-2 Minuten) den Kollegen über die erreichten und geplanten Ziele, sowie die aktuellen Hindernisse berichtet. Ein strukturierter Fragenkatalog sorgt für optimale Effizienz: Was beschäftigt mich gerade (beruflich, privat)? Was habe ich gestern geschafft? Welche Herausforderungen will ich beseitigen? Was habe ich heute vor? Was brauche ich vom Team?

3. Die User-Stories:
Der Product-Owner, der die wirtschaftliche Verantwortung für das Projekt trägt, kann sogenannte User-Stories formulieren, die dann während eines Sprints von den Teammitgliedern spezifiziert und bearbeitet werden. Bei User-Stories handelt es sich um Teilziele, die für den Erfolg des Projekts nötig sind.
Die Fokussierung auf Mensch (Kunden) und zu schaffenden Mehrwert stellen die Weichen für die Formulierung der User-Stories. Im Akronym INVEST sind die wichtigsten Anforderungen für erfolgreiche User-Stories zusammengefasst:

  • Independent – Ziele sollten unabhängig von externen Faktoren sein.
  • Negotiable     – Der spezifische Weg zum Ziel sollte vom Umsetzenden verhandelbar sein.
  • Valuable          – Jedes Ziel sollte zur Erzeugung eines Mehrwerts beitragen.
  • Estimatable   – Der Aufwand für die Zielerreichung sollte sich gut schätzen lassen.
  • Small                – Ein gutes Ziel sollte so klein und einfach sein wie möglich.
  • Testable          – Es soll möglich sein am Ende durch einen Test festzustellen, ob das Ziel erreicht wurde.

 

 

Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören, welche Erfahrungen Sie mit Scrum bereits gesammelt haben. Wenn Sie mehr über diesen Ansatz erfahren wollen, dann gerne in unserer Kompaktausbildung zum Teamentwickler/Team-Coach.

 

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